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Die Stadt Orenburg
Der Name - Geschichtliches - Orenburg heute - Sehenswürdigkeiten - Unterkunft - Fotos

Der Name Orenburg
Erst einmal vorweg: Deutsche wird es sicher wundern, dass der Name der 3000 km von Deutschland entfernten Stadt Orenburg, der so schön deutsch klingt, wirklich zu 50 oder 100 Prozent aus dem Deutschen stammt. Zu 50 ODER 100 Prozent deswegen, weil es zwei Theorien über die Entstehung des Namens gibt.

Die erste besagt, die Stadt habe ihre erste Namenshälfte von dem Flüsschen 'Or' in der Nähe, das 'burg' käme aus dem Deutschen und sei gewählt worden, da es sich bei Orenburg ursprünglich um eine Festung handelte. Lustig ist jedoch, dass nach einer anderen Theorie der Name wirklich von den 'Ohren' kommt, auch aus dem Deutschen und so zu lesen auf der offiziellen Homepage der Stadt. Orenburg war demnach in seiner Frühzeit ein Horchposten an der Grenze zu Asien, Orenburg eben.

übrigens hieß die Stadt zwischen den 30er und den 50er Jahren Tschkalkow, wurde jedoch bereits nach dem Ende der Stalin-ära zurück benannt.

Geschichtliches
Die Stadt Orenburg wurde 1743 als Außenposten Russlands an der Grenze zum damals unerschlossenen Asien gegründet. Orenburg war Stadt und Festung in einem. Durch einen Krieg und einen großbrand Ende des 18. Jahrhunderts brannte die Stadt dann auch gleich wieder zur Hälfte ab, bildete aber bis 1750 die absolute Ostgrenze des bekannten Gebiets. Im Barockstil wurden daraufhin mehrere damals berühmte Kirchen in der Stadt gebaut, die auch von mehreren Zaren besucht wurden. Die Stadt erlangte ebenfalls große Bedeutung als Viehhandelsplatz, vorwiegend für Schafe.

Im 19. Jahrhundert versuchten dann verschiedene Militärgouverneure Kultur und Leben in die Stadt zu bringen, die ihren Außenposten-Charakter durch das weitere Vordringen der Kosaken nach Osten mittlerweile verloren hatte. 1838 wurde eine heute noch stehende Moschee gebaut, 1895 eine weitere große Kirche im typisch russischen neu-byzantinischen Stil.

Es folgten die Oktoberrevolution 1917 und der Bürgerkrieg, in dem die Kommunisten die Macht über die Stadt errangen. 20 von 21 Kirchen wurden daraufhin in den 30er Jahren eingerissen, die Stadt verlor viel historische Bausubstanz. An Bedeutung gewann sie dann wieder in den Kriegsjahren 1941-45, als aus dem Westen der damaligen Sowjetunion wegen der Besetzung durch die Deutschen zahlreiche Unternehmen nach Orenburg evakuiert wurden. Dies löste in der Stadt einen großen Industrialisierungsschub aus, der auch danach anhielt und heute noch sichtbar ist. Zwischen den 30er und 60er Jahren verdoppelte sich die Einwohnerzahl.


Straße zu Europas Ende - Die Uliza Sowjetskaja in Orenburg (2009, ca. 3 min, russland.TV)

Erst seit 1990 wird wieder versucht, die verbliebenen historischen Bauten zu restaurieren, einige schöne Straßenzüge legen bereits Zeugnis darüber ab. Auch wurden erstmals wieder einige Bauten im traditionellen Stil errichtet, wohl aus Sehnsucht der Orenburger nach dem velorenen alten Kern der Stadt.

Orenburg heute
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Stadtplan von Olesja Markowskaja / PD - (anklicken zum vergroößern)
Bei der Einfahrt in die Stadt kommt einem Orenburg angesichts der endlosen Plattenbauten-Vororte ziemlich hässlich vor. Aber der Eindruck täuscht, im Stadtkern sind durchaus eine ganze Reihe schöne Flecken und Bauten vorhanden. Orenburg ist geprägt von der Industrie (v.a. Maschinenbau, Nahrungsmittel, Textil und Gas), aber auch vom Charakter als regionales Zentrum mit Universität, mehreren Theatern und Verknügungsstätten.

Orenburg hat knapp 600.000 Einwohner, befindet sich etwa auf 150 Metern über dem Meeresspiegel und wird durchflossen vom Ural (nicht das Gebirge, das ist weiter nördlich), der die Grenze zwischen Europa und Asien bildet.

Eigens von Deutschland zur Besichtigung nach Orenburg zu fahren, lohnt sich aus rein touristischen Gründen nicht. Wohl aber ein Zwischenstop auf der Durchreise, etwa mit der Eisenbahn oder aber die genauere Erkundung der Innenstadt, wenn man aus Besuchsgründen ohnehin im Südural (z.B. Baschkortostan) ist. Einige Fotos der Stadt finden sich hier.

Als öffentliche Verkehrmittel stehen in Orenburg hauptsächlich Trollybusse und Busse zur Verfügung, auch Taxis gibt es, wenn auch nicht so viel wie in den Metropolen oder etwa Kaliningrad. Privatwagen warten umweit des Busfahrers mit Schildern im Fenster auf Mitfahrende in alle umgebenden Dörfer und Städtchen. Wer sich jedoch nicht auskennt, ist weitgehend verloren. Das Bussystem ist auf den ersten Blick völlig chaotisch und auch immer überlastet, obwohl an jeder Haltestelle ständig alle 1-2 Minuten Busse aller groößen ankommen, halten und je nach Nummer zu anderen unbekannten Zielen weiterbrausen. Ortskundige Führung tut not, um den Bus mit der richtigen Nummer zu erwischen, nach Fahrplänen sucht man vergeblich.

Orenburg-Videostream
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Streckenclip von der Kontinentalgrenze (2005, 1:07 min., 11,2 MB, MPG)

Sehenswürdigkeiten
Praktisch alle sehenswerten Plätze befinden sich in der älteren Stadt, unweit vom Ural und der Sovietskaya Straße, der wichtigsten GeschäftsStraße der Stadt. Sehr schön, wenn auch im Winter sehr glitschig und ungestreut ist die dortige alte Brücke über dem Ural (nur für Fußgänger) und die angrenzenden Bauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die gerade restauriert werden. Direkt dort um die Ecke befindet sich auch in einem burgähnlichen Haus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts das Stadtmuseum.

Etwas weiter zur Peripherie hin ist das Stadtbild geprägt von den kleinen russischen Holzhäusern, die westlichen Besuchern mit Sicherheit romantisch und heimelig vorkommen und auch oft nett verziert sind. Etwas außhalb in der Gagarin-Straße ist die St. Nikolai-Kathedrale, ein sehr schönes Gotteshaus im neu-byzantinischen Stil, von innen und von Außen genau das, was man sich unter einer prunkvollen russischen Kirche vorstellt, mit Goldkuppeln, Ikonen, Pomp und allem drum und dran.

Die Vorstädte sind meistens hässlich, hier braucht man auß in besagter Gagarin-Straße keinen Zwischenstop einzulegen. Auch die neue Ural-Brücke ist nichts besonderes, trotz des netten Monuments am Rand, dass man sich hier genau an der Grenze zwischen Europa und Asien befindet. Vielleicht ein Platz für einen 5-Minuten-Fotostop.

Unterkunft
Es gibt in der Stadt mehrere Hotels, eines davon, das ´Hotel Orenburg´ auch mit westlichem Standart (und Preisen). über drei ortsansässige (und rein russischsprachige) Agenturen kann man auch komplette Privatwohnungen mieten, doch das ist sehr zeitaufwendig und birgt als Ausländer das Preisaufschlags-Syndrom in sich. Wenn es irgendwie geht, sollte man sich von Einheimischen seine Bude besorgen lassen, eine touristische Infrastruktur fehlt. Ansonsten heißt es dann doch, Westpreise im Westhotel zahlen, anstatt für ca. 25 DM am Tag eine ganze Ferienwohnung mieten. Adresse des Hotels Orenburg:

Vystavotzhnaya Ulitsa 30
Tel.: +7 (3532) 41 05 01 od. 41 03 40
Fax: +7 (3532) 41 06 44
Das Hotel Orenburg hat 200 Zimmer. Die Zimmer sind ausgestattet mit TV, Telefon, Kühlschrank, Klimaanlage, Safe. Sie kosten laut einer Preisliste eines Veranstalters 80 DM (EZ pro Person) 50 DM (DZ pro Person). Diese Angaben ohne Gewähr.

Wer nicht direkt anrufen will: Man kann das Hotel auch über Ostspezialisten-Reiseveranstalter buchen, einige davon finden sich im Linkverzeichnis.

Daneben werden auf rein russischsprachigen Seiten auch immer wieder zwei andere groößere Hotels erwähnt. Da sie in jedem westlichen Verzeichnis fehlen, ist anzunehmen, dass man dort nur Russisch spricht. Die Adressen:

Hotel Fakel
Partowyj PR-T 32
Tel/TV/Frisör/Bar/Parkplatz, 200 Zimmer
Tel.: +7(353-2) 77-17-28, 77-17-13
Fax: +7(353-2) 41-06-44

Gostinij Dwor Lada
Wolgograder Str. 4
Tel/TV/Frisör/Restaurant/Shop/Parkplatz, 40 Zimmer
Tel.: +7(353-2) 36-70-06, 36-97-76
Fax: +7(353-2) 36-84-30

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Fotos
Eine sehr ausführliche Foto-Gallerie gibt es auf der offiziellen Seite der Stadt Orenburg, hier ein Direktlink zur englischen Version der Gallerie. Auch wir haben hier eine kleine, aber feine Bildergallerie, die Sie hier finden.

Stadtmuseum
Die Vorstädte
Glockenturm (90er Jahre)
St. Nikolai-Kathedrale
Stadtmuseum
Die Vorstädte
Glockenturm (90er Jahre)
St. Nikolai-Kathedrale
Stadtmuseum
Die Vorstädte
Glockenturm (90er Jahre)
St. Nikolai-Kathedrale
Stadtmuseum
Die Vorstäaußdte
Glockenturm (90er Jahre)
St. Nikolai-Kathedrale
Stadtmuseum
Die Vorstäaußdte


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